„Lassen wir uns die Momente mit den Kindern geniessen. Eines Tages wird es sie nicht mehr geben, und sie werden nie mehr zurückkehren….“

Die ersten zwei Zeilen beschreiben den Zustand, die Folgenden – einen Wunsch.

Mit dem Kopf wissen wir alles, aber im Inneren sind wir so erschöpft, dass jeder Ton, auch die Erzählung des Kindes über die Ereignisse in der Schule, Aufregung und Ungeduld verursacht…. In diesem Moment versuchen wir, zu zuhören, freundliches Lächeln und Aufmerksamkeit zu zeigen (was uns ehrlich gesagt schlecht gelingt) und im Kopf dreht nur Eins: „Bitte, Ru-he!!!!!“

Wir sind geprägt, dass die Kinder an erster Stelle stehen, dass wir auf die Karriere, die Reisen, das Treffen mit den Freunden, den Sport, unsere Hobbys etc. verzichten müssen. Wir müssen uns dem Kind voll widmen. Denn eines Tages wird es erwachsen und wir werden nicht mehr gebraucht (das Thema: „Abhängigkeit der Eltern von ihren Kindern“ – werde ich ein anderes Mal erleuchten). Wir müssen den Moment geniessen, wenn das Kind ständig auf unserer Brust hängt; wenn es schreit, sobald sich Mama aus dem Sichtfeld des Kindes entfernt (und Mama kommt natürlich wieder zurück); wenn die Eltern schon vergessen haben, wie sie miteinander kuscheln können, ohne dass das Kind sich dazwischen quetscht; wenn Papa versucht, die Zeitung zu lesen, aber hört das unendliche “ Warum?“…. Solche Momente kann man nicht zählen…. Aber wir sind „gute“ Eltern! Wir müssen ein Vorbild für unsere Kinder sein! Wir lieben unsere Kinder! Wir wollen die Zeit geniessen, die mit ihnen verbracht wird!….

Jal! Lieben! Seeeehr!!!!

Deshalb ist es zwingend nötig, den Kindern mit unserem eigenen Beispiel zu zeigen, wie wir uns um uns selbst, um unsere Gesundheit, um den persönlichen Raum, um unsere Wünsche, Bedürfnisse und Träume kümmern. Vor jedem Flug erklären uns die Flugbegleiter, wie man bei einem Flugzeugabsturz handelt. Das erste, was wir tun müssen, ist die Sauerstoffmaske uns selbst anzuziehen und erst dann dem Kind. Danach können wir den anderen Passagieren helfen. Das ist logisch – im Falle, wenn wir das Bewusstsein und das Leben verlieren, sind wir für andere Menschen nutzlos, auch für unser Kind.

Diese Regel gilt auch im Leben. Zuerst geben wir uns den „Sauerstoff“, dann allen Anderen!

Nach der Geburt des Kindes wird das Leben verändert, aber das heisst nicht, dass wir uns verlieren müssen! Nur eine Stunde am Tag oder ein Tag in der Woche können Wunder bewirken.

Eine Mutter, die ruhig einen Kaffee oder Tee trinken kann, die endlich ausschlafen darf, die eine Freundin trifft, Yoga macht, etwas für sich tut oder einfach spazieren geht und die Natur geniesst, kommt zurück in die Familie gefüllt und liebevoll.

Ein Vater, der ein längst vergessenen Buch lesen kann, der einen Lieblingsfilm anschauen oder endlich am Telefon spielen darf, ohne sich im Badezimmer zu verstecken, beginnt mit der neuen Energie seinen Arbeitstag und ist noch mehr motiviert, sich zu entwickeln und den finanziellen Zustand der Fmilie zu verbessern.

Der Mann und die Frau, die zu einem Zeitpunkt Eltern geworden sind und die Verantwortung für noch ein Leben übernommen haben, können ihre Beziehung auffrischen, indem sie zum Beispiel auf ein Date gehen. Zum Glück haben wir Babysitter dafür. Und plötzlich verursacht ein Kuss die gleichen Schmetterlinge im Bauch, wie das erste Treffen.

Solche einfachen Massnahmen verringern das Risiko von chronischen Krankheiten wegen der Erschöpfung. Unsere Augen scheinen wieder zu glänzen. Und jetzt können wir jeden Moment geniessen, den wir mit unserem Kind verbringen, ihm vom Herzen unsere Aufmerksamkeit schenken, zusammen lachen, bis unser Bauch Krämpfe bekommt, und mit ihm unsere Erreignisse des Tages (oder der Stunde) teilen